Etre En Train De Faire

Kennst du das Gefühl, wenn du mitten in etwas drin bist, so richtig im Flow? Die Franzosen haben dafür einen wunderbar eleganten Ausdruck: Être en train de faire. Es bedeutet mehr als nur "etwas tun"; es beschreibt den Prozess, das Dabeisein, das Erleben des Moments während einer Aktivität. Lass uns eintauchen in die Schönheit dieser kleinen, aber feinen französischen Lebensart.
Was bedeutet Être en train de faire wirklich?
Wörtlich übersetzt heißt es "dabei sein, etwas zu tun". Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Être en train de faire ist ein Zustand des Seins, eine Art Achtsamkeit im Tun. Es geht darum, präsent zu sein, während du etwas machst, egal wie trivial es erscheinen mag. Denk an den Künstler, der versunken vor seiner Leinwand steht, oder den Koch, der hingebungsvoll eine Sauce rührt. Sie sind en train de faire – im vollen Gange, eins mit ihrer Tätigkeit.
Vergiss die To-Do-Liste für einen Moment. Vergiss das Ergebnis. Es geht um den Weg. Es geht darum, das JETZT zu erleben.
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Praktische Tipps für mehr Être en train de faire im Alltag
Wie integrierst du diese Philosophie in dein eigenes Leben? Hier ein paar Anregungen:
- Bewusst Kochen: Nimm dir Zeit beim Zubereiten deiner Mahlzeiten. Riech an den Kräutern, achte auf die Farben des Gemüses, und spüre die Textur der Zutaten. Mach's wie Julia Child – Bon appétit!
- Entspannt Lesen: Anstatt dich durch ein Buch zu hetzen, um es möglichst schnell zu beenden, lies langsam und genieße jede Seite. Vielleicht mit einem Glas Wein, ganz à la française?
- Achtsames Spazierengehen: Lass dein Handy zu Hause und konzentriere dich auf deine Umgebung. Beobachte die Bäume, höre die Vögel zwitschern und spüre den Wind auf deiner Haut. Stell dir vor, du bist ein Flaneur in Paris.
- Kreatives Schreiben: Setz dich ohne Erwartungen hin und lass deine Gedanken fließen. Es geht nicht darum, einen Roman zu schreiben, sondern darum, den Prozess des Schreibens zu genießen. Vielleicht entdeckst du deine innere Simone de Beauvoir!
Wichtig: Es geht nicht um Perfektion, sondern um Präsenz.

Kulturelle Referenzen: Être en train de faire in Film und Literatur
In der französischen Kultur ist diese Haltung tief verwurzelt. Denk an Filme wie "Amélie" oder "Chocolat", in denen die Protagonisten ihre Leidenschaften mit Hingabe ausleben. Oder an die Werke von Marcel Proust, der in "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" minutiös die kleinen Freuden des Lebens beschreibt. Sie alle verkörpern Être en train de faire auf ihre Weise.
Ein kleiner Tipp: Schau dir französische Filme und Serien an, um ein Gefühl für diese Lebensart zu bekommen. Achte darauf, wie die Charaktere ihre Tätigkeiten ausüben, mit welcher Hingabe und welcher Freude.

Fun Fact: Die französische Sprache und Être en train de faire
Die französische Sprache selbst unterstützt diese Idee. Das "en train de" ist eine periphrastische Verbform, die den laufenden Aspekt einer Handlung betont. Es geht nicht nur darum, "ich mache", sondern "ich bin gerade dabei, zu machen". Ein subtiler, aber wichtiger Unterschied!
Das "en train de" verleiht der Sprache eine gewisse Lebendigkeit und Dynamik. Es macht sie zu einem perfekten Ausdruck für den Moment.

Ein kurzer Moment der Reflexion
Être en train de faire erinnert uns daran, dass das Leben nicht nur aus Zielen und Ergebnissen besteht. Es geht auch um die kleinen Momente, die wir bewusst erleben. Es geht darum, die Freude am Tun zu entdecken, egal wie einfach die Aufgabe auch sein mag.
Also, das nächste Mal, wenn du etwas machst, versuche, ganz dabei zu sein. Versuche, en train de faire zu sein. Du wirst überrascht sein, wie viel mehr du aus dem Moment herausholen kannst.
Denk darüber nach, wenn du das nächste Mal deinen Kaffee trinkst. Bist du "en train de boire du café" oder bist du gedanklich schon beim nächsten Meeting?
