Dvorak Aus Der Neuen Welt

Okay, Leute, mal ehrlich. Wir alle kennen Dvořáks Symphonie Nr. 9. Die "Aus der Neuen Welt". Oder, wie ich sie liebevoll nenne: "Die, die jeder kennt, aber keiner so richtig zugeben will, dass er sie kennt".
Ich meine, kommt schon! Bei jedem Feuerwerk, in jedem kitschigen Hollywoodfilm, irgendwann ploppt diese Melodie auf. Manchmal sogar im Fahrstuhl. Echt jetzt!
Dieses "Neu"... wirklich neu?
Dvořák kam in die "Neue Welt". Amerika. Große Sache. Er war fasziniert. Angeblich. Aber mal Hand aufs Herz: Ist die Symphonie wirklich so "amerikanisch", wie alle tun?
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Ich sage: Nö! (Okay, vielleicht ein bisschen. Aber nicht so, dass man gleich einen Cowboyhut aufsetzen muss.)
Ich finde, sie klingt mehr nach... Dvořák. Nach Böhmen. Nach dem, was er eh schon drauf hatte. Nur halt mit ein paar "amerikanischen" Gewürzen. Wie ein Gulasch mit einem Schuss Tabasco. Lecker, aber immer noch Gulasch.
Und diese "Inspiration" durch indianische Musik und Spirituals? Klar, das ist eine nette Geschichte. Aber seien wir ehrlich: Dvořák war ein cleverer Kerl. Er wusste, was sich gut verkauft.

"Gib dem Publikum, was es will!" - Dvořák (Wahrscheinlich. Hab ich mir ausgedacht.)
Die Symphonie ist grandios, keine Frage. Aber vielleicht sollten wir mal aufhören, sie so heiligzusprechen. Vielleicht ist sie einfach... ein tolles Stück Musik. Und fertig.
Das berüchtigte Largo: Tränen garantiert
Okay, das Largo. Da muss ich zugeben: Es ist schon ein bisschen magisch. Diese sehnsuchtsvolle Melodie. Da kriege ich auch Gänsehaut. Aber auch hier: Übertreiben wir nicht?
Ich behaupte: Die meisten Leute, die beim Largo in Tränen ausbrechen, denken eigentlich an ihren Ex-Freund oder an den verpassten Flug nach Mallorca. Die Musik ist nur der Katalysator.

Und dieses ewige Rätselraten, was Dvořák sich dabei gedacht hat? Ob er Heimweh hatte? Ob er an eine bestimmte Person gedacht hat? Lasst uns das doch einfach sein. Man muss nicht alles analysieren. Manchmal ist Musik einfach nur... Musik.
Oder vielleicht hat er sich einfach gedacht: "So, jetzt schreibe ich mal was richtig Trauriges, damit alle weinen müssen!" Wer weiß?
Ein Held wider Willen?
Dvořák war ein Genie, ohne Zweifel. Aber er war auch ein Mensch. Mit Fehlern. Mit Macken. Und wahrscheinlich auch mit dem Bedürfnis, Anerkennung zu bekommen.

Die "Aus der Neuen Welt" hat ihn unsterblich gemacht. Aber ich frage mich manchmal, ob er das wirklich wollte. Ob er nicht lieber für seine anderen Werke geliebt werden wollte. Für seine Opern. Für seine Kammermusik. Die sind nämlich auch ziemlich cool. (Und nicht so überhyped.)
Vielleicht sollten wir mal über den Tellerrand schauen. Es gibt mehr als nur die "Neue Welt". Es gibt so viel mehr von Dvořák zu entdecken!
Mein (unpopuläres) Fazit
Die "Aus der Neuen Welt" ist ein Meisterwerk. Ja, ja, ich weiß. Aber sie ist auch ein bisschen... überbewertet. Und ein bisschen... ausgelutscht. Tut mir leid, aber das musste raus.

Also, lasst uns die Symphonie genießen. Aber lasst uns auch die anderen Werke von Dvořák entdecken. Und lasst uns vor allem aufhören, so zu tun, als ob wir alle super-tiefgründige Interpretationen davon hätten. Manchmal ist Musik einfach nur schön. Und das reicht völlig aus.
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss meine Dvořák-Playlist aktualisieren. Aber ohne die "Neue Welt". (Zumindest für heute.)
In diesem Sinne: Fröhliches Musikhören!
