Din En 81346-2 Kennbuchstaben

Kennen Sie das Problem? Sie sitzen vor einem Schaltplan, einer Dokumentation oder einer Anweisung für eine industrielle Anlage und stoßen auf kryptische Buchstabenkombinationen. Was bedeuten diese Codes eigentlich? Oftmals verbirgt sich dahinter die Norm DIN EN 81346-2, und speziell die darin definierten Kennbuchstaben, die eine essentielle Rolle für die eindeutige Identifizierung und Dokumentation von Funktionen und Ausrüstungen spielen. Wir verstehen Ihre Herausforderung, sich in diesem Normen-Dschungel zurechtzufinden. Deshalb möchten wir Ihnen in diesem Artikel einen Überblick über die Kennbuchstaben der DIN EN 81346-2 geben und Ihnen helfen, diese besser zu verstehen und anzuwenden.
Warum DIN EN 81346-2?
Die Norm DIN EN 81346-2, "Industrielle Systeme, Anlagen und Ausrüstungen und Industrieprodukte – Strukturierungsprinzipien und Referenzkennzeichnung – Teil 2: Klassifizierung von Objekten und Kennzeichnungsklassen", ist ein international anerkannter Standard für die eindeutige Kennzeichnung von Anlagen und Ausrüstungen in der Industrie. Sie dient dazu, die Dokumentation zu vereinheitlichen und die Kommunikation zwischen verschiedenen Beteiligten zu erleichtern. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Norm sind die Kennbuchstaben, die bestimmte Funktionen oder Ausrüstungen klassifizieren.
Der Zweck der DIN EN 81346-2 besteht darin, eine einheitliche und verständliche Kennzeichnung von technischen Objekten zu gewährleisten, um Fehler zu vermeiden, die Wartung zu erleichtern und die Effizienz zu steigern.
Die Bedeutung der Kennbuchstaben
Die Kennbuchstaben nach DIN EN 81346-2 werden verwendet, um die Art einer Funktion oder eines Betriebsmittels zu definieren. Sie geben Aufschluss darüber, welche Aufgabe ein bestimmtes Objekt innerhalb des Systems erfüllt. Die Norm unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Kennbuchstaben, die jeweils unterschiedliche Bereiche abdecken.
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Hier sind einige Beispiele für häufig verwendete Kennbuchstaben:
- A: Baugruppen, Geräte (z.B. Verstärker, Oszillatoren)
- B: Messgrößen (z.B. Temperatur, Druck, Durchfluss)
- E: Ausrüstung (z.B. Heizung, Beleuchtung, Belüftung)
- F: Schutzeinrichtungen (z.B. Sicherungen, Schutzschalter)
- H: Signalgeräte (z.B. Lampen, Hupen)
- K: Relais, Schütze
- M: Motoren
- P: Messgeräte, Prüfgeräte
- Q: Schaltgeräte (z.B. Leistungsschalter)
- R: Widerstände
- S: Schalter, Sensoren
- T: Transformatoren
- U: Wandler, Modulatoren
- V: Ventile
- W: Leitungen, Wellenleiter
- X: Anschlüsse, Klemmen
- Y: Elektrische/mechanische Stellglieder
Diese Liste ist nicht vollständig, sondern soll Ihnen lediglich einen ersten Überblick geben. Die vollständige Liste der Kennbuchstaben finden Sie in der Norm DIN EN 81346-2.

Wie werden Kennbuchstaben angewendet?
Die Anwendung der Kennbuchstaben erfolgt in Kombination mit anderen Kennzeichnungselementen, um eine vollständige und eindeutige Kennzeichnung zu gewährleisten. Ein typisches Kennzeichnungssystem nach DIN EN 81346-2 besteht aus folgenden Elementen:
- Funktionskennzeichen (=): Beschreibt die Funktion des Objekts innerhalb des Gesamtsystems.
- Ortskennzeichen (+): Gibt den Standort des Objekts an.
- Produktkennzeichen (-): Identifiziert das konkrete Betriebsmittel anhand des Kennbuchstabens und einer fortlaufenden Nummer.
Ein Beispiel:

=1+A1-K1
Diese Kennzeichnung bedeutet:
- =1: Funktion 1 (z.B. Hauptstromkreis)
- +A1: Standort A1 (z.B. Schaltschrank 1)
- -K1: Relais K1 (erstes Relais in diesem Stromkreis/Schaltschrank)
Durch die Kombination dieser Elemente entsteht eine eindeutige Kennzeichnung, die es ermöglicht, das Objekt schnell und einfach zu identifizieren.

Tipps für die Anwendung der DIN EN 81346-2
Um die Kennbuchstaben der DIN EN 81346-2 effektiv zu nutzen, empfehlen wir Ihnen folgende Tipps:
- Verwenden Sie die Norm als Referenz: Die Norm selbst ist die beste Quelle für Informationen zu den Kennbuchstaben und deren Anwendung.
- Erstellen Sie ein Kennzeichnungskonzept: Definieren Sie, wie Sie die Kennbuchstaben in Ihrem Unternehmen verwenden wollen, um eine einheitliche Anwendung zu gewährleisten.
- Schulen Sie Ihre Mitarbeiter: Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter, die mit der Dokumentation von Anlagen und Ausrüstungen zu tun haben, die DIN EN 81346-2 verstehen und anwenden können.
- Nutzen Sie Software-Tools: Es gibt verschiedene Software-Tools, die Sie bei der Erstellung und Verwaltung von Kennzeichnungen nach DIN EN 81346-2 unterstützen können.
- Bleiben Sie auf dem Laufenden: Die Normen werden regelmäßig aktualisiert. Achten Sie darauf, dass Sie immer die aktuelle Version verwenden.
Fazit
Die DIN EN 81346-2 und ihre Kennbuchstaben sind ein wichtiges Werkzeug für die eindeutige Identifizierung und Dokumentation von Anlagen und Ausrüstungen in der Industrie. Durch die Anwendung der Norm können Sie die Kommunikation verbessern, Fehler vermeiden und die Effizienz steigern. Auch wenn die Norm auf den ersten Blick komplex erscheint, lohnt es sich, sich damit auseinanderzusetzen. Sie werden feststellen, dass die klare Strukturierung und die eindeutigen Kennzeichnungen Ihnen die Arbeit erheblich erleichtern werden.
Haben Sie bereits Erfahrungen mit der Anwendung der DIN EN 81346-2 gemacht? Welche Herausforderungen sind Ihnen dabei begegnet? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Fragen in den Kommentaren, damit wir uns gemeinsam austauschen und voneinander lernen können!
