Das Email Oder Die E Mail

Erinnert ihr euch an die Zeit, als man panisch zum Briefkasten gerannt ist, in der Hoffnung, dass die wichtige Nachricht endlich da ist? Ich meine, wer hat heute überhaupt noch einen Briefkasten, außer für die Werbeprospekte, die eh direkt im Müll landen? (Mal ehrlich, wer liest die Dinger noch?)
Jedenfalls, vor ein paar Wochen, saß ich mit meiner Oma am Kaffeetisch. Sie wollte mir unbedingt ein Gedicht zeigen, das ihr so gut gefallen hat. "Ich hab's dir gemailt!", sagte sie stolz. Ich hab' natürlich genickt, aber innerlich hab' ich mich gefragt: Hat sie nun das Email oder die E-Mail gemeint? Und warum ist das überhaupt so kompliziert?
Okay, lasst uns dieses kleine grammatikalische Minenfeld mal genauer unter die Lupe nehmen: Das Email oder die E-Mail?
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Die (verwirrende) Geschichte mit dem Artikel
Im Prinzip ist es ganz einfach (sollte man meinen!). "Die E-Mail" ist die korrekte, grammatikalisch saubere Form. Das "E" steht ja für "elektronisch" und "Mail" ist kurz für "Mailbox" oder "Post". Also, die elektronische Post. Logisch, oder? Aber... (Ihr ahnt es schon, oder?)
Hier kommt der Knackpunkt: "Das Email" ist ebenfalls gebräuchlich. Und zwar, weil es sich an das Wort "Emaille" anlehnt. Ja, genau, das Zeug, mit dem Oma's Kochtöpfe überzogen waren! (Vielleicht dachte sie deswegen, es wäre was Solides und Handfestes?).

Die Analogie zu Emaille ist zwar nicht wirklich logisch, aber die Verwendung von "das Email" hat sich trotzdem eingebürgert. Vor allem in der frühen Zeit des Internets, als E-Mails noch Neuland waren und alles irgendwie neu und aufregend war. (Erinnert sich noch jemand an AOL-CDs? Die waren ja gefühlt überall!).
Also, was ist denn nun richtig?
Kurz gesagt: "Die E-Mail" ist die empfohlene Form. Aber keine Panik, wenn ihr mal "das Email" benutzt. Die meisten Leute werden euch trotzdem verstehen. Es ist eher eine Stilfrage als ein grammatikalischer Fauxpas.
Allerdings, wenn ihr einen formellen Brief schreibt oder einen Vortrag haltet, solltet ihr definitiv "die E-Mail" verwenden. Das klingt einfach professioneller. (Und Oma wäre auch stolz auf euch!).

Merke: Wenn ihr euch unsicher seid, denkt einfach an "die Post". E-Mail ist ja quasi die digitale Version davon.
Und was ist mit "Mail"?
Gute Frage! "Mail" an sich, also ohne das "E", ist im Deutschen eher selten. Manchmal wird es umgangssprachlich verwendet, aber dann meistens im englischen Kontext. Also eher so "Ich check mal meine Mail" (mit leicht amerikanischem Akzent im Kopf!).
Wenn ihr im Deutschen von einer einzelnen Nachricht sprecht, sagt man eher "die Nachricht", "die E-Mail-Nachricht" oder eben einfach "die E-Mail".
Fazit: Keine Panik auf der Titanic!
Lasst euch von diesem Artikel-Wirrwarr nicht verrückt machen! Sprache ist ja schließlich lebendig und verändert sich ständig. Hauptsache, ihr könnt euch verständlich machen. Und wenn Oma euch das nächste Mal "ein Email" schickt, dann wisst ihr ja, was sie gemeint hat. (Und vielleicht könnt ihr ihr ja ganz nebenbei erklären, dass "die E-Mail" eigentlich richtiger wäre. Aber pssst, nicht zu streng sein!).
Und jetzt, viel Spaß beim E-Mails schreiben – egal ob mit "der", "die" oder "das"!
