Cornelia Funke Herr Der Diebe

Okay, stell dir vor: Du bist 12, im verregneten London und deine Tante Esther ist... sagen wir mal, nicht so deine Lieblingsperson. Sie hat dich und deinen kleinen Bruder Prosper adoptiert, aber alles, was sie will, ist Prosper. Seufz. Klingt vertraut? Naja, vielleicht nicht genau so, aber jeder kennt doch dieses Gefühl, irgendwo nicht ganz reinzupassen.
Und genau da beginnt die Magie von Cornelia Funkes "Tintenherz"...äh, warte, falsches Buch! Ich wollte ja über "Herr der Diebe" schreiben! Ups! (Sorry, Funke-Fangirl hier, kann mich nicht zurückhalten!). Aber was ich eigentlich sagen wollte: Beide Bücher, wie fast alle ihre Werke, haben diese unglaubliche Fähigkeit, dich sofort in eine andere Welt zu katapultieren.
Venedig, Diebe und Magische Flügel
In "Herr der Diebe" fliehen die Brüder Prosper und Bo nach Venedig, der Stadt der Kanäle, Gondeln und... Diebe! Dort treffen sie auf Scipio, den geheimnisvollen "Herrn der Diebe", der eine Bande von Waisenkindern anführt. Und ratet mal? Scipio ist auch nicht ganz der, der er zu sein scheint. Überraschung!
Must Read
Cornelia Funke verwebt hier eine Geschichte voller Abenteuer, Freundschaft und dem Kampf gegen das Erwachsenwerden (oder zumindest gegen die unangenehmen Aspekte davon). Die Kinder leben in einem alten, verlassenen Kino (wer hätte nicht gern so ein Versteck?!), stehlen für ihren Unterhalt und versuchen, unter dem Radar der Erwachsenen zu bleiben.
Aber natürlich bleibt es nicht dabei. Es gibt da nämlich noch eine magische Drehscheibe, die Menschen jünger macht. Ja, richtig gehört! Und plötzlich wird die ganze Sache richtig, richtig kompliziert.

Warum "Herr der Diebe" so genial ist
Was dieses Buch so besonders macht, ist nicht nur die spannende Handlung, sondern vor allem die Art und Weise, wie Funke ihre Charaktere zeichnet. Sie sind keine perfekten Helden oder Bösewichte, sondern Menschen (oder Kinder!), mit Fehlern, Ängsten und Träumen.
Prosper, der ältere Bruder, versucht verzweifelt, seinen kleinen Bruder zu beschützen. Bo, der kleine Bruder, sehnt sich nach einem normalen Leben. Und Scipio... naja, Scipio hat seine eigenen Geheimnisse. (Ich spoiler hier mal lieber nicht zu viel!).
Und Venedig selbst wird zu einem Charakter in der Geschichte. Die Stadt ist nicht nur eine Kulisse, sondern ein lebendiger, atmender Ort mit seinen eigenen Geheimnissen und seiner eigenen Magie.

Fun Fact: Funke hat sich für Venedig entschieden, weil sie die Stadt schon immer fasziniert hat. Sie wollte einen Ort erschaffen, der sowohl real als auch fantastisch ist – und das ist ihr definitiv gelungen!
Mehr als nur eine Kindergeschichte
Klar, "Herr der Diebe" ist ein Kinderbuch. Aber es ist auch eine Geschichte für Erwachsene. Es geht um Familie, Freundschaft, das Erwachsenwerden und die Frage, was wirklich wichtig ist im Leben. Es geht darum, sich selbst treu zu bleiben, auch wenn die Welt um einen herum verrückt spielt.

Mal ehrlich: Wer von uns hat sich nicht schon mal gewünscht, einfach abzuhauen und ein Abenteuer zu erleben? "Herr der Diebe" ist ein bisschen wie dieser Wunsch, verpackt in einem Buch.
Und auch wenn die magische Drehscheibe vielleicht nicht real ist (leider!), so erinnert uns die Geschichte doch daran, dass es in unserem Leben immer noch Magie gibt – wenn wir nur genau hinsehen.
Also, wenn du mal wieder ein bisschen Eskapismus brauchst (wer nicht?!), schnapp dir "Herr der Diebe". Du wirst es nicht bereuen. Und vielleicht, nur vielleicht, findest du ja auch ein bisschen Magie in deinem eigenen Leben.
