Wisst ihr, es gibt Musik, die ist wie ein verregneter Sonntag. Gemütlich, ein bisschen traurig, aber irgendwie tröstlich. Und dann gibt es Musik, die ist wie ein Feuerwerk in einem Achterbahnpark, während ein Ninja auf einem Einrad Jongliert – Children Of Bodom's Follow The Reaper. Ja, genau so verrückt.
Stellt euch vor: Fünf Jungs aus Finnland, die so aussehen, als hätten sie gerade einen Marathon in einem Eisberg hinter sich gebracht, beschließen, die Welt mit einer Melange aus Melodic Death Metal, Power Metal und einem Schuss Punkrock zu beglücken. Und das Ergebnis? Ein Album, das so süchtig macht wie Gummibärchen, aber mit dem Aggressionslevel eines wütenden Eichhörnchens.
Das Album, das die Welt nicht brauchte, aber unbedingt wollte
Follow The Reaper, erschienen im Jahr 2000, ist ein Album, das entweder dein Leben verändert oder dich dazu bringt, dir die Ohren zuzuhalten und ganz weit wegzurennen. Es gibt keine Zwischenlösung. Und das ist auch gut so!
Die Gitarrensoli sind so schnell, dass man fast Angst hat, die Gitarren könnten in Flammen aufgehen. Alexi Laiho, der leider viel zu früh verstorbene Frontmann und Gitarrengott, spielt mit einer Präzision, die einem fast unheimlich ist. Manchmal hat man das Gefühl, er habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, um so gut zu werden. Und ehrlich gesagt, ich würde es ihm glauben.
"Are you dead yet? Do you feel like dying?" - Nur ein ganz normaler Songtext von Children Of Bodom.
Follow The Reaper - Children of Bodom Photo (538294) - Fanpop
Der Gesang? Nun, sagen wir mal so: Alexi schreit sich die Seele aus dem Leib. Es ist nicht gerade Balsam für die Ohren, aber es passt perfekt zum Gesamtbild. Es ist wie ein wütendes, aber irgendwie auch liebenswertes Monster, das versucht, dir ein Ständchen zu bringen.
Keyboard-Wahnsinn und andere Kuriositäten
Und dann ist da noch Janne Wirman am Keyboard. Ja, richtig gelesen, Keyboard! In einer Metal-Band! Aber Janne ist kein gewöhnlicher Keyboarder. Er spielt nicht nur irgendwelche Hintergrundmelodien, sondern liefert sich regelrechte Duelle mit Alexi an der Gitarre. Es ist wie ein Duell zwischen einem Ninja mit einem Keyboard und einem Wikinger mit einer Gitarre. Völlig absurd, aber absolut genial.
Man muss sich das mal vorstellen: Da stehen diese Jungs auf der Bühne, sehen aus, als hätten sie gerade einen Eishockey-Marathon hinter sich gebracht, und spielen Musik, die so komplex und schnell ist, dass man fast Angst hat, man könnte einen Knoten in den Hirnwindungen bekommen. Aber sie tun es mit einer solchen Leidenschaft und Energie, dass man einfach mitgerissen wird.
CHILDREN OF BODOM - Follow the Reaper LP - Metal.hu Lemezbolt
Warum Follow The Reaper immer noch Spaß macht
Was Follow The Reaper so besonders macht, ist die Mischung aus technischer Brillanz und schierer, unbändiger Energie. Es ist ein Album, das sich selbst nicht zu ernst nimmt, obwohl es musikalisch auf höchstem Niveau ist. Es ist wie ein guter Witz, der immer wieder funktioniert, egal wie oft man ihn hört.
Und ganz ehrlich, wer kann schon einem Album widerstehen, das Songs wie "Everytime I Die" und "Hate Me!" enthält? Das sind Hymnen für alle, die mal einen schlechten Tag haben. Einfach aufdrehen, mitgrölen und die Wut rauslassen. Es ist fast schon therapeutisch.
Children Of Bodom - Follow The Reaper (2001, CD) | Discogs
Follow The Reaper ist ein Album, das man entweder liebt oder hasst. Aber egal, wie man dazu steht, man kann ihm eines nicht absprechen: Es ist verdammt unterhaltsam. Also, schnappt euch eure Kopfhörer, dreht die Lautstärke auf Anschlag und lasst euch von Children Of Bodom in eine Welt voller Melodic Death Metal-Wahnsinn entführen. Ihr werdet es nicht bereuen (vielleicht aber auch doch ein bisschen).
Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr ja auch eure innere Eishockey-spielende Wikinger-Seele.
P.S.: Versucht nicht, die Gitarrensoli nachzuspielen. Es sei denn, ihr seid Alexi Laiho. Dann dürft ihr das natürlich.