Caspar David Friedrich Der Watzmann

Na, mal ehrlich, wer von uns hat nicht schon mal ein bisschen zu viel Respekt vor einer Situation gehabt? So nach dem Motto: "Oh Gott, diese Steuererklärung! Das schaff ich nie!" Oder: "Hilfe, der Chef guckt schon wieder so komisch! Was hab ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht?".
Genau dieses Gefühl, dieses Ehrfurchts-leicht-Panik-Gemisch, das hat Caspar David Friedrich meisterhaft in seinem Bild "Der Watzmann" eingefangen. Der Watzmann, das ist quasi der Mount Everest von Bayern. Gut, vielleicht nicht ganz, aber er wirkt auf dem Bild eben genauso respekteinflößend. Er thront da, majestätisch und unnahbar, wie ein Berg gewordener TÜV-Prüfer vor der Abnahme.
Und was macht Friedrich mit uns Betrachtern? Er stellt uns quasi vor diesen Berg. Wir stehen da unten, kleine Würstchen, und gucken hoch. Und denken uns: "Okay, der ist ganz schön... groß." So ähnlich wie wenn man vor einem Buffet mit tausend verschiedenen Kuchen steht und sich fragt: "Wo fang ich denn jetzt bloß an?".
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Die Message: Mehr als nur ein schöner Berg
Aber "Der Watzmann" ist natürlich mehr als nur ein schönes Bergpanorama, so wie "Tatort" mehr ist als nur eine Krimiserie. Friedrich war ein Romantiker, und die Romantik, die hatte's mit den großen Gefühlen und der Natur. Und der Watzmann, der ist für ihn ein Symbol für die Erhabenheit der Natur, für die unbändige Kraft, die uns Menschen so klein und mickrig erscheinen lässt. So klein wie eine vergessene Socke hinterm Sofa.
Er wollte uns zeigen: Hey Leute, guckt mal raus! Da draußen gibt es mehr als nur euren Arbeitsplatz und euren Fernseher! Da gibt es diese riesigen Berge, diese unendlichen Wälder, diesen Sternenhimmel... Und wir sind nur ein winziger Teil davon. Das ist so, als würde man im größten Schwimmbad der Welt planschen und sich wundern, wo all die anderen Leute sind. Man ist einfach nur ein Tropfen im Ozean.

Und was machen wir mit dieser Erkenntnis? Na, hoffentlich nicht verzweifeln! Sondern uns stattdessen bewusst werden, dass unsere Probleme vielleicht gar nicht so riesig sind, wie sie uns im ersten Moment erscheinen. Wenn man den Watzmann vor Augen hat, relativiert sich so manche Deadline auf der Arbeit ganz schnell. Plötzlich ist das E-Mail Postfach nicht mehr so beängstigend wie ein zahnloser Tiger.
Wie der Watzmann uns im Alltag hilft (vielleicht)
Vielleicht, ganz vielleicht, kann uns "Der Watzmann" auch im Alltag helfen. Immer wenn wir mal wieder vor einer scheinbar unüberwindbaren Aufgabe stehen, können wir uns vorstellen, wie wir vor diesem Berg stehen. Und uns sagen: "Okay, der ist groß. Aber ich kann ihn ja auch nicht auf einmal besteigen. Ich fange einfach mit dem ersten Schritt an."

So wie beim Abwasch: Man muss ja nicht gleich alle Teller auf einmal spülen. Man kann ja auch erstmal nur die Kaffeetasse machen. Und dann, Stück für Stück, schafft man das auch! Und wenn man dann fertig ist, fühlt man sich fast so erhaben wie der Watzmann selbst. Fast.
Also, das nächste Mal, wenn ihr mal wieder ein bisschen Inspiration braucht, schaut euch "Der Watzmann" an. Vielleicht zaubert er euch ja ein Lächeln ins Gesicht und erinnert euch daran, dass das Leben manchmal wie eine Wanderung in den Bergen ist: Es gibt steile Anstiege, aber auch wunderschöne Aussichten. Und am Ende kommt man immer irgendwie ans Ziel. Oder zumindest in die nächste Berghütte.
Und wer weiß, vielleicht packt euch ja auch die Reiselust und ihr steht irgendwann mal selbst vor dem echten Watzmann. Aber keine Sorge, ihr müsst ihn nicht besteigen. Es reicht schon, ihn einfach nur anzuschauen und zu denken: "Wow, du bist ganz schön... majestätisch."
