Buch Ein Ganzes Halbes Jahr

Wisst ihr, ich war neulich auf 'ner Hochzeit. Wunderschön, alles rosarot und Blümchen, wie man sich's halt so vorstellt. Aber dann kam die Rede des Brautvaters. Und statt rührseliger Anekdoten über seine Tochter, hat der Mann plötzlich über...Lebensqualität geredet! Lebensqualität, Leute! Bei 'ner Hochzeit! Irgendwie musste ich da sofort an Louisa Clark und Will Traynor denken. Ihr wisst schon, aus dem Buch, das uns alle zum Heulen gebracht hat...
Ja, genau, ich rede von "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes. Das Buch, das entweder auf ewig in deinem Regal steht oder das du mit 'ner Gänsehaut im Secondhand-Laden versteckst. Keine Mittelwege, oder?
Was macht das Buch so besonders?
Also, mal ehrlich, die Story ist jetzt nicht super-originell. Mädchen vom Land trifft reichen, gutaussehenden Mann im Rollstuhl. Ziemlich klischeehaft, geb ich zu. Aber! Die Art, wie Moyes die Geschichte erzählt, ist einfach herausragend. Sie schafft es, dass du dich in beide Figuren hineinversetzt – in Lou, die versucht, Wills Leben wieder Farbe zu geben, und in Will, der mit seiner neuen Realität hadert.
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Und genau da kommt die Lebensqualität ins Spiel, von der der Brautvater geredet hat. (Ja, ich hab's immer noch nicht vergessen!). Will ist querschnittsgelähmt, er kann sein altes Leben nicht mehr führen, das Leben voller Abenteuer und Adrenalin. Für ihn bedeutet das: Kein Klettern mehr, kein Fallschirmspringen, kein normales Leben mehr. Kann man ihm verübeln, dass er damit nicht klarkommt?
Ich meine, stellt euch mal vor: Ihr seid jung, erfolgreich und dann...BUMM! Plötzlich ist alles anders. Wäre das nicht der absolute Horror?

Die große Frage: Sterbehilfe
Das Buch wirft natürlich eine riesige Frage auf: Ist es Wills Recht, selbst über sein Leben und seinen Tod zu entscheiden? Darf er sich für Sterbehilfe entscheiden, auch wenn Lou alles versucht, um ihn umzustimmen? Da scheiden sich die Geister, oder?
Ich persönlich finde, Moyes geht sehr sensibel mit dem Thema um. Sie verteufelt Will nicht, sie romantisiert aber auch nicht den assistierten Suizid. Sie zeigt einfach die verschiedenen Perspektiven auf und lässt uns Leser darüber nachdenken. Und das ist, finde ich, großartig.
Und Lou? Sie ist einfach liebenswert! Anfangs wirkt sie vielleicht etwas naiv und unsicher, aber sie wächst an der Aufgabe und lernt, für sich selbst einzustehen. Sie ist das Gegengewicht zu Wills Zynismus und Pessimismus. Sie ist die Hoffnung in Person. (Okay, vielleicht übertreibe ich gerade ein bisschen...aber ich mag Lou einfach!)

Mal ehrlich: Wer von uns hätte nicht gern eine Lou im Leben?
Warum das Buch trotzdem polarisiert
Trotz aller Lobeshymnen gibt es natürlich auch Kritik. Manche finden das Ende zu tragisch, andere werfen Moyes vor, das Thema Sterbehilfe zu verharmlosen. Und ja, es ist ein trauriges Buch. Verdammt traurig sogar! Ich hab Rotz und Wasser geheult, als ich es gelesen habe. Aber genau das macht es doch auch so wirkungsvoll, oder?

Es ist ein Buch, das dich nicht kalt lässt. Es regt zum Nachdenken an, es berührt dich und es beschäftigt dich auch noch lange, nachdem du die letzte Seite gelesen hast. Und das ist doch eigentlich alles, was man sich von einem guten Buch wünscht, oder?
Also, wenn ihr es noch nicht gelesen habt (wo wart ihr bitte?), dann holt es euch! Aber haltet Taschentücher bereit! Und vielleicht auch ein bisschen Lebensweisheit, die euch der Brautvater auf der nächsten Hochzeit voraussagt. Nur so 'ne Idee.
Und jetzt seid ihr dran: Was haltet ihr von "Ein ganzes halbes Jahr"? Seid ihr Team Will oder Team Lou?
