Brust Tut Weh Beim Stillen

Stillen ist ein wunderschönes Erlebnis, aber manchmal kann es auch weh tun. Dieser Artikel ist für dich, liebe (werdende) Mama, geschrieben. Wir wollen dir helfen, die Ursachen für Brustschmerzen beim Stillen zu verstehen und dir praktische Tipps geben, wie du diese lindern oder sogar ganz vermeiden kannst. Keine Sorge, du bist nicht allein – viele Frauen erleben ähnliche Probleme!
Was sind die häufigsten Ursachen für Brustschmerzen beim Stillen?
Es gibt verschiedene Gründe, warum deine Brust beim Stillen schmerzen kann. Einige sind harmlos und vorübergehend, während andere eine Behandlung erfordern. Hier sind die häufigsten Ursachen:
Falsches Anlegen
Das falsche Anlegen ist oft die Hauptursache für Schmerzen in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt. Wenn dein Baby nicht richtig angedockt ist, kann es zu wunden Brustwarzen kommen, die sehr schmerzhaft sein können.
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Wie erkennst du, ob dein Baby richtig angelegt ist?
- Dein Baby nimmt einen großen Teil der Brustwarze und des Warzenhofs in den Mund.
- Sein Mund ist weit geöffnet, wie beim Gähnen.
- Seine Lippen sind nach außen gestülpt.
- Du hörst kein Schmatzen oder Klickgeräusche.
- Dein Baby liegt Bauch an Bauch mit dir.
Wenn du dir unsicher bist, lass dir von einer Stillberaterin oder Hebamme zeigen, wie du dein Baby richtig anlegst. Es gibt verschiedene Anlegepositionen, probiere aus, welche für dich und dein Baby am bequemsten ist. Einige hilfreiche Positionen sind der Wiegegriff, der Rückengriff oder das Stillen im Liegen.
Wunde Brustwarzen
Wunde Brustwarzen sind oft die Folge eines falschen Anlegens. Sie können aber auch durch andere Faktoren verursacht werden, wie z.B. eine Pilzinfektion (Soor) oder eine zu starke Reibung durch einen schlecht sitzenden BH. Die Haut an den Brustwarzen kann rissig, blutig und sehr empfindlich sein.
Was kannst du gegen wunde Brustwarzen tun?
- Stelle sicher, dass dein Baby richtig angelegt ist.
- Wechsel die Stillpositionen regelmäßig.
- Trage nach dem Stillen etwas Muttermilch auf die Brustwarzen auf. Muttermilch hat eine heilende Wirkung.
- Lass deine Brustwarzen an der Luft trocknen. Meide enge Kleidung und synthetische Stoffe.
- Verwende spezielle Brustwarzensalben mit Lanolin oder Dexpanthenol.
- Vermeide Seife oder Duschgel auf den Brustwarzen. Diese können die Haut austrocknen und reizen.
Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder sich die Brustwarzen entzünden, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Milchstau
Ein Milchstau entsteht, wenn die Milch nicht richtig abfließen kann und sich in der Brust ansammelt. Die Brust kann sich dann hart, geschwollen und schmerzhaft anfühlen. Oft ist auch ein roter Fleck auf der Haut sichtbar.
Wie entsteht ein Milchstau?
- Unregelmäßiges Stillen: Wenn du zu lange Pausen zwischen den Stillmahlzeiten machst, kann sich die Milch in der Brust stauen.
- Zu enge Kleidung: Ein BH oder ein Oberteil, das zu eng sitzt, kann die Milchgänge abdrücken und einen Milchstau verursachen.
- Schlafposition: Wenn du immer auf der gleichen Seite schläfst, kann das den Milchfluss behindern.
- Stress: Stress kann sich negativ auf den Milchfluss auswirken.
Was kannst du gegen einen Milchstau tun?
- Lege dein Baby häufig an, am besten die betroffene Seite zuerst.
- Massiere die Brust während des Stillens sanft in Richtung Brustwarze.
- Wärme die Brust vor dem Stillen mit einem warmen Waschlappen oder einer warmen Dusche.
- Kühle die Brust nach dem Stillen mit einem Kühlpack oder einem Kohlblatt.
- Trinke ausreichend Wasser.
- Ruhe dich aus.
Wenn sich der Milchstau nicht innerhalb von 24 Stunden bessert oder du Fieber bekommst, solltest du einen Arzt aufsuchen.
Brustentzündung (Mastitis)
Eine Brustentzündung (Mastitis) ist eine Entzündung des Brustgewebes, die oft durch Bakterien verursacht wird, die durch rissige Brustwarzen eindringen. Die Brust ist dann rot, geschwollen, schmerzhaft und heiß. Oft kommt Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzu.

Was sind die Ursachen für eine Brustentzündung?
- Wunde Brustwarzen: Rissige Brustwarzen bieten Bakterien einen Zugang zur Brust.
- Milchstau: Ein unbehandelter Milchstau kann sich zu einer Brustentzündung entwickeln.
- Erschöpfung: Ein geschwächtes Immunsystem macht dich anfälliger für Infektionen.
Was kannst du gegen eine Brustentzündung tun?
- Gehe sofort zum Arzt. Eine Brustentzündung muss in der Regel mit Antibiotika behandelt werden.
- Lege dein Baby trotzdem weiterhin an, auch wenn es schmerzhaft ist. Das hilft, die Brust zu entleeren und den Heilungsprozess zu beschleunigen.
- Ruhe dich aus.
- Trinke ausreichend Wasser.
Es ist wichtig, eine Brustentzündung frühzeitig zu behandeln, um Komplikationen zu vermeiden.
Soor (Pilzinfektion)
Soor ist eine Pilzinfektion, die sowohl bei der Mutter als auch beim Baby auftreten kann. Bei der Mutter äußert sich Soor durch brennende Schmerzen in der Brustwarze, die auch nach dem Stillen anhalten können. Die Brustwarzen können auch gerötet und juckend sein. Beim Baby zeigt sich Soor oft durch einen weißen Belag auf der Zunge und im Mund.
Wie wird Soor behandelt?

- Gehe zum Arzt. Sowohl Mutter als auch Baby müssen mit pilzhemmenden Medikamenten behandelt werden.
- Achte auf eine gute Hygiene. Wasche deine Hände gründlich nach jedem Stillen und wechsle Stilleinlagen regelmäßig.
- Koche Stillzubehör ab. Sauger, Flaschen und Schnuller sollten täglich ausgekocht werden.
Soor kann sehr hartnäckig sein, daher ist es wichtig, die Behandlung konsequent durchzuführen.
Vasospasmus
Ein Vasospasmus ist eine Verengung der Blutgefäße in der Brustwarze. Nach dem Stillen oder bei Kälte kann die Brustwarze weiß oder blau werden und stark schmerzen. Der Schmerz kann stechend oder brennend sein und mehrere Minuten bis Stunden andauern.
Was sind die Ursachen für einen Vasospasmus?
- Kälte: Kälte kann die Blutgefäße verengen.
- Falsches Anlegen: Ein falsches Anlegen kann die Brustwarze reizen und einen Vasospasmus auslösen.
- Raynaud-Syndrom: Frauen mit Raynaud-Syndrom neigen eher zu Vasospasmen.
Was kannst du gegen einen Vasospasmus tun?
- Halte deine Brustwarzen warm. Trage warme Kleidung und verwende warme Kompressen.
- Vermeide Kälte.
- Nimm Magnesium und Kalzium. Diese Mineralstoffe können helfen, die Blutgefäße zu entspannen. Sprich aber vorher mit deinem Arzt.
- Suche einen Arzt auf. In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.
Weitere Ursachen für Brustschmerzen beim Stillen
Neben den häufigsten Ursachen gibt es noch einige andere Faktoren, die Brustschmerzen beim Stillen verursachen können:

Was kannst du präventiv tun, um Brustschmerzen zu vermeiden?
Vorbeugung ist besser als Nachsorge! Hier sind einige Tipps, wie du Brustschmerzen beim Stillen von vornherein vermeiden kannst:
* Informiere dich vor der Geburt über das Stillen. Besuche einen Stillvorbereitungskurs oder lies Fachliteratur. * Lass dir von einer Stillberaterin oder Hebamme zeigen, wie du dein Baby richtig anlegst. * Achte auf eine gute Stilltechnik. * Lege dein Baby an, sobald es Hungerzeichen zeigt. * Vermeide zu lange Pausen zwischen den Stillmahlzeiten. * Trage bequeme Still-BHs, die nicht einschneiden. * Achte auf eine gute Hygiene. * Trinke ausreichend Wasser. * Ruhe dich aus. * Reduziere Stress.Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?
In den meisten Fällen lassen sich Brustschmerzen beim Stillen mit einfachen Maßnahmen selbst behandeln. Es gibt jedoch Situationen, in denen du unbedingt einen Arzt aufsuchen solltest:
* Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder sich nicht bessern. * Wenn du Fieber bekommst. * Wenn deine Brust rot, geschwollen und heiß ist. * Wenn du Eiter aus der Brustwarze bemerkst. * Wenn du dich allgemein krank fühlst. * Wenn du den Verdacht hast, dass du oder dein Baby Soor habt.Zögere nicht, dir Hilfe zu suchen. Ein Arzt oder eine Stillberaterin kann dir helfen, die Ursache deiner Schmerzen zu finden und die richtige Behandlung einzuleiten.
Zusammenfassung
Brustschmerzen beim Stillen sind ein häufiges Problem, aber es gibt viele Möglichkeiten, sie zu lindern oder zu vermeiden. Das richtige Anlegen deines Babys ist das A und O. Achte auf eine gute Stilltechnik, stille regelmäßig, trage bequeme Kleidung und ruhe dich aus. Wenn die Schmerzen anhalten oder du dir Sorgen machst, suche dir professionelle Hilfe. Du bist nicht allein!
Denke daran: Stillen ist ein Lernprozess, sowohl für dich als auch für dein Baby. Hab Geduld mit dir selbst und deinem kleinen Schatz. Mit der richtigen Unterstützung kannst du eine wunderschöne und schmerzfreie Stillzeit erleben.
Genieße diese besondere Zeit mit deinem Baby!
