Kennt ihr das? Dieser Moment, wenn der Tag schon halb vorbei ist und man sich fragt: Brauch den Tag noch jemand? Oder kann der Weg? Ernsthaft, ich frage mich das öfter, als ich zugeben möchte.
Manchmal, wirklich nur manchmal, beschleicht mich das Gefühl, der Tag hat seinen Zweck erfüllt. Die Sonne hat geschienen (vielleicht). Ich habe Kaffee getrunken (definitiv). Irgendwas halbwegs Sinnvolles habe ich vielleicht auch getan (mit Glück).
Und dann kommt dieser Gedanke: Wäre es nicht wunderbar, wenn wir einfach den Rest des Tages skippen könnten? Quasi wie bei einer schlechten Netflix-Serie, wo man die letzten zwei Folgen einfach überspringt, weil man schon weiß, wie es ausgeht.
Der Nachmittag. Ein Minenfeld aus Müdigkeit, leichtem Hunger und der nagenden Erkenntnis, dass der Feierabend noch in weiter Ferne liegt. Da sitzen wir, starren auf den Bildschirm und fragen uns: War's das jetzt schon? Ist das die große Erfüllung, von der alle reden?
Klar, es gibt diese "Produktive Menschen" da draußen. Die, die am Nachmittag noch ein zweites Frühstück einlegen, eine Runde Yoga machen und dann mit doppelter Kraft durchstarten. Ich bewundere euch. Wirklich. Aber ich gehöre nicht zu euch.
Braucht die Woche noch jemand, oder kann die weg?.. - DEBESTE.de
Ich gehöre eher zu der Fraktion "Ich brauche dringend eine Katze, die mich einfach in den Schlaf wiegt". Oder einen Knopf, der mich direkt ins Bett beamt. Oder zumindest eine Ausrede, um mich in die Hängematte im Garten zu legen und so zu tun, als wäre ich eine Pflanze.
Manchmal wünsche ich mir, wir könnten den Tag einfach in zwei Hälften teilen. Eine produktive Vormittagshälfte und eine chillige Nachmittagshälfte. Die Vormittagshelfte, da machen wir alles. Die Steuererklärung, das komplizierte Meeting, den Zahnarzttermin. Und die Nachmittagshälfte? Da machen wir einfach...nichts. Oder lesen. Oder gucken alberne Videos von Hamstern. Alles erlaubt!
Die Kunst des "Weg damit!"
Die Frage bleibt: Ist es wirklich so schlimm, wenn man einen Tag einfach "abschreibt"? Wenn man sagt: "Okay, Tag. Du warst nett, aber ich brauche dich jetzt nicht mehr"?
Braucht das noch Jemand oder kann das weg?.. - DEBESTE.de
Ich behaupte: Nein, ist es nicht! Manchmal ist es sogar notwendig. Manchmal ist es die beste Form der Selbstfürsorge. Manchmal ist es einfach nur ehrlich.
Denn sind wir mal ehrlich: Nicht jeder Tag ist ein Meisterwerk. Nicht jeder Tag ist voller Energie und Inspiration. Und das ist okay.
Braucht das noch jemand, oder kann das weg? - DEBESTE.de
Konfuzius (oder war es doch Homer Simpson?) hat mal gesagt: "Der Weg ist das Ziel." Aber manchmal ist das Ziel einfach: Schlaf." Und dann ist es völlig legitim, den Tag zu fragen: "Brauch den Tag noch jemand? Oder kann der Weg?"
Ich weiß, das ist vielleicht eine unpopuläre Meinung. Aber ich stehe dazu. Und wenn ihr mich sucht, ich bin dann in der Hängematte. Mit einer Augenmaske und einem inneren Frieden, der nur von der Gewissheit genährt wird, dass der Tag bald vorbei ist.
„Manchmal muss man einfach akzeptieren, dass ein Tag ein Montagmorgen in Verkleidung ist.“ - Ein weiser Mensch (wahrscheinlich ich).
Brauch den noch jemand, oder kann der wech?!... ;) - DEBESTE.de
Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wer von euch hat sich das nicht auch schon mal gedacht? Traut euch ruhig. Wir sind unter uns. Es ist ein sicherer Ort für müde Seelen und unproduktive Nachmittage.
Also, beim nächsten Mal, wenn ihr euch fragt: "Brauch den Tag noch jemand?", hört auf euer Herz. Oder auf euren inneren Hamster. Der will wahrscheinlich auch nur ein Nickerchen machen.
Denn am Ende des Tages (oder am Anfang des Feierabends?) zählt nur eines: Dass wir uns selbst nicht zu ernst nehmen. Und dass wir uns erlauben, auch mal "Weg damit!" zu sagen. Zumindest innerlich.