Besuch Der Alten Dame Innerer Monolog

Okay, lasst uns ehrlich sein. Besuch der alten Dame. Kennt jeder, oder? Alle so: "Oh, Klassiker! Tiefgründig! Gesellschaftskritik!" Ja, ja. Aber mal ganz unter uns... wer hat sich denn wirklich mit Frau Zachers innerem Monolog identifiziert?
Ich meine, klar. Milliardärin. Rachefeldzug. Verstehe ich alles. Aber so richtig fühlen? Schwierig, oder? Ich sitze hier, tippe diesen Artikel und denke: "Frau Zachanassian, Schatz, dein Leben ist... eine ganz andere Liga."
Was denkt sie eigentlich?
Stellt euch mal vor: Ihr kommt in eure Heimatstadt zurück. Reichtum im Schlepptau. Alle sind pleite. Und ihr sagt: "Tötet den Mann, der mir Unrecht getan hat. Und ich zahl euch." Ziemlich heftig, oder?
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Was geht da in ihrem Kopf vor? Denkt sie: "Hehehe, jetzt zeig ich's denen allen!" Oder ist es eher so ein: "Endlich! Nach all den Jahren!" Vielleicht auch nur: "Langweile. Ich brauche ein bisschen Drama." Ich weiß es nicht!
Ich sitze hier und überlege: Wenn ich eine Milliardärin wäre, würde ich wahrscheinlich erstmal ein riesiges Eis kaufen. Oder vielleicht ein kleines Pony. Aber Rache? Mord? Puh. Ist nicht so meins.

Vielleicht ist das ja das Problem. Ich kann mich einfach nicht in diese extremen Gefühlswelten hineinversetzen. Ich meine, klar, ich war auch schon mal sauer. Aber Mordlust? Nö. Eher so ein "Ich ignoriere dich jetzt auf Instagram"-Level.
Die Güllener: Auch nicht besser!
Und die Güllener erst! Erst sind sie alle so: "Nein, niemals! Wir sind moralisch!" Und dann... Glitzernde, neue Schuhe. Jaja, die Verlockung des Geldes. Verstehe ich auch irgendwie. Aber trotzdem... schwach.
Denken die vielleicht: "Ach, so schlimm ist das ja gar nicht. Alfred hat's ja auch verdient!" Oder: "Endlich können wir mal wieder richtig feiern! Und Alfred... naja, Pech gehabt."

Vielleicht denken sie aber auch gar nichts. Vielleicht sind sie einfach nur... dumm. Und das ist vielleicht die erschreckendste Erkenntnis von allen.
Ich meine, wer von uns würde wirklich Nein sagen zu einer Milliarde? Seien wir ehrlich. Die meisten von uns würden zumindest darüber nachdenken. Und genau das ist ja das Verstörende an diesem Stück. Es hält uns einen Spiegel vor.

Mein "Unpopular Opinion"
Hier kommt meine "Unpopular Opinion": Ich finde Besuch der alten Dame ist vor allem eins: Eine ziemlich überzogene Geschichte. Klar, sie ist clever geschrieben und regt zum Nachdenken an. Aber so richtig fühlen? Schwierig.
Vielleicht bin ich ja einfach nur zu normal. Vielleicht brauche ich mehr Drama in meinem Leben. Oder vielleicht bin ich einfach nur froh, keine Milliardärin zu sein, die Rache schwört. Wer weiß?
Aber eins weiß ich: Wenn Frau Zachanassian meinen inneren Monolog lesen würde, würde sie wahrscheinlich nur die Augen rollen und sagen: "Du bist so uninteressant, Liebling." Und damit hätte sie wahrscheinlich Recht.

Aber hey, wenigstens habe ich keine Leiche im Keller (oder im Güllener Stadttheater!). Und das ist doch auch schon mal was, oder?
Vielleicht sollte ich mir doch lieber ein Eis kaufen. Und ein Pony. Das klingt nach einem viel besseren Plan als Rachefeldzüge und moralische Dilemmata.
Also, was denkt ihr? Identifiziert ihr euch mit Frau Zachanassian? Oder seid ihr auch eher Team "Eis und Pony"?
Lasst es mich wissen! Ich bin gespannt auf eure Meinungen. Vielleicht ändert ihr ja meine. Oder vielleicht lachen wir einfach nur alle zusammen über diesen verrückten Klassiker. Besuch der alten Dame. Ein Stück, das uns noch lange beschäftigen wird. Und uns hoffentlich auch ein bisschen zum Lachen bringt. (Auch wenn es vielleicht ein etwas bitteres Lachen ist.)
