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Bei Welchen Krankheiten Ist Der Calprotectin-wert Erhöht


Bei Welchen Krankheiten Ist Der Calprotectin-wert Erhöht

Haben Sie Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme oder fühlen sich einfach unwohl? Vielleicht hat Ihr Arzt einen Calprotectin-Test angeordnet. Aber was bedeutet ein erhöhter Calprotectin-Wert eigentlich? Keine Panik, wir erklären es Ihnen!

Viele Menschen sind verunsichert, wenn sie von einem erhöhten Calprotectin-Wert hören. Es ist wichtig zu wissen, dass ein erhöhter Wert nicht gleich bedeutet, dass Sie schwer krank sind. Er ist lediglich ein Hinweis, der weitere Untersuchungen erforderlich macht. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick darauf werfen, bei welchen Erkrankungen dieser Wert erhöht sein kann.

Was ist Calprotectin überhaupt?

Calprotectin ist ein Protein, das von bestimmten weißen Blutkörperchen (Neutrophilen) freigesetzt wird, wenn es im Körper zu einer Entzündung kommt. Besonders relevant ist die Messung von Calprotectin im Stuhl, da dies ein Indikator für Entzündungen im Magen-Darm-Trakt ist. Je höher der Wert, desto stärker die Entzündung.

Die Messung ist nicht-invasiv (es wird lediglich eine Stuhlprobe benötigt) und gibt Ärzten einen guten ersten Eindruck, ob eine Entzündung im Darm vorliegt und weitere, möglicherweise invasivere, Untersuchungen (z.B. eine Darmspiegelung) notwendig sind.

Bei welchen Krankheiten ist der Calprotectin-Wert erhöht?

Ein erhöhter Calprotectin-Wert kann auf verschiedene Erkrankungen hinweisen. Zu den häufigsten gehören:

Entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Dies ist der wohl bekannteste Grund für einen erhöhten Calprotectin-Wert. Zu den CED gehören:

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  • Morbus Crohn: Diese chronisch-entzündliche Erkrankung kann den gesamten Verdauungstrakt befallen, vom Mund bis zum After.
  • Colitis ulcerosa: Diese Erkrankung betrifft ausschließlich den Dickdarm und verursacht dort Entzündungen und Geschwüre.

Calprotectin ist ein sehr nützlicher Marker, um CED zu diagnostizieren, das Ansprechen auf eine Therapie zu überwachen und Rezidive (erneutes Aufflammen der Erkrankung) frühzeitig zu erkennen.

Infektiöse Darmerkrankungen

Auch bakterielle oder virale Infektionen des Darms können zu einem erhöhten Calprotectin-Wert führen. Denken Sie dabei an:

  • Bakterielle Darminfektionen: Zum Beispiel durch Salmonellen, Campylobacter oder Clostridium difficile.
  • Virale Darminfektionen: Wie beispielsweise Noroviren oder Rotaviren.

Diese Infektionen verursachen in der Regel auch andere Symptome wie Durchfall, Erbrechen und Bauchkrämpfe. Im Gegensatz zu CED sind infektiöse Darmerkrankungen meist von kurzer Dauer.

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Andere Magen-Darm-Erkrankungen

Neben CED und infektiösen Darmerkrankungen können auch andere Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts zu einem erhöhten Calprotectin-Wert führen:

  • Reizdarmsyndrom (RDS): Obwohl das RDS selbst nicht mit einer Entzündung einhergeht, können einige Studien zeigen, dass Subgruppen von RDS-Patienten leicht erhöhte Calprotectin-Werte aufweisen. Dies könnte auf eine geringgradige Entzündung oder eine erhöhte Durchlässigkeit des Darms hinweisen.
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit): Bei Zöliakie kommt es durch den Verzehr von Gluten zu einer Entzündung des Dünndarms, was den Calprotectin-Wert erhöhen kann.
  • Darmkrebs: In einigen Fällen kann auch Darmkrebs zu einem erhöhten Calprotectin-Wert führen, allerdings ist dieser Wert meist nicht so stark erhöht wie bei CED.
  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): Die Einnahme von NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac kann die Darmschleimhaut schädigen und zu einer Entzündung führen, was den Calprotectin-Wert erhöht.

Es ist wichtig zu betonen, dass ein erhöhter Calprotectin-Wert nicht immer auf eine schwere Erkrankung hinweist. In einigen Fällen kann er auch durch harmlose Faktoren wie eine kurzzeitige Magen-Darm-Verstimmung oder die Einnahme bestimmter Medikamente verursacht werden.

Andere Faktoren

Auch andere Faktoren können den Calprotectin-Wert beeinflussen:

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  • Alter: Bei Babys und Kleinkindern können die Calprotectin-Werte physiologisch erhöht sein.
  • Rauchen: Rauchen kann Entzündungen im Körper fördern und somit auch den Calprotectin-Wert erhöhen.
  • Adipositas: Übergewicht kann ebenfalls mit einer erhöhten Entzündungsneigung einhergehen.

Was tun bei einem erhöhten Calprotectin-Wert?

Wenn Ihr Calprotectin-Wert erhöht ist, ist es wichtig, dass Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen. Er wird Ihre Krankengeschichte und Ihre Symptome berücksichtigen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen anordnen, um die Ursache für den erhöhten Wert zu finden.

Diese Untersuchungen können beispielsweise sein:

  • Darmspiegelung (Koloskopie): Bei einer Darmspiegelung kann der Arzt den Dickdarm und den unteren Teil des Dünndarms mit einer Kamera untersuchen und Gewebeproben entnehmen (Biopsien).
  • Magenspiegelung (Gastroskopie): Bei einer Magenspiegelung kann der Arzt die Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm untersuchen.
  • MRT des Dünndarms (MR-Enterographie): Diese Untersuchung ermöglicht eine detaillierte Darstellung des Dünndarms.
  • Stuhluntersuchungen: Weitere Stuhluntersuchungen können helfen, Bakterien, Viren oder Parasiten als Ursache für die Entzündung auszuschließen.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache für den erhöhten Calprotectin-Wert. Bei CED können beispielsweise entzündungshemmende Medikamente oder Immunsuppressiva eingesetzt werden. Bei bakteriellen Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz. Und bei Zöliakie ist eine glutenfreie Ernährung die wichtigste Maßnahme.

Rollator: Bei welchen Krankheiten braucht man ihn?
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Wichtig: Versuchen Sie nicht, Ihren Calprotectin-Wert selbst zu interpretieren oder zu behandeln. Die Interpretation der Ergebnisse und die Festlegung der weiteren Vorgehensweise sollten immer von einem Arzt erfolgen!

Denken Sie daran: Ein erhöhter Calprotectin-Wert ist ein Signal Ihres Körpers. Hören Sie darauf und suchen Sie ärztlichen Rat. Mit der richtigen Diagnose und Therapie können Sie Ihre Beschwerden in den meisten Fällen gut in den Griff bekommen.

Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen haben oder sich unsicher fühlen, zögern Sie nicht, Ihren Arzt zu kontaktieren. Er kann Ihnen die bestmögliche Betreuung und Behandlung anbieten.

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