Auf Englisch Wie Geht Es Dir

Mal ehrlich, dieses "Wie geht es dir?" auf Englisch… also "How are you?"… Ich finde, das ist eine Falle. Eine gut gemeinte, höfliche Falle, aber trotzdem. Ich bin wahrscheinlich nicht der Einzige, der das so sieht, oder?
Die Wahrheit über "How are you?"
Wenn mich jemand auf Deutsch fragt, "Wie geht es dir?", erwarte ich eine ehrliche Antwort. Zumindest eine etwas ehrlichere. Ich kann sagen: "Ach, ganz gut, ein bisschen müde." Oder: "Stressig, aber ich komme klar." Das ist okay. Niemand erwartet eine Doktorarbeit über mein Seelenleben.
Aber "How are you?" scheint irgendwie anders zu sein. Automatisch kommt da ein "Fine, thank you. And you?" heraus. Selbst wenn ich gerade einen Kampf mit einer wild gewordenen Kaffeemaschine verloren habe und mein Morgen ruiniert ist. "Fine, thank you." Warum?
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Ich vermute, es ist diese unterschwellige soziale Konvention. Man will nicht jammern. Man will positiv sein. Man will höflich sein. Alles gut und schön, aber wo bleibt da die Ehrlichkeit?
Ich habe mal versucht, ehrlich zu sein. Jemand fragte: "How are you?" Ich antwortete: "Actually, I'm having a bit of a rough day. My cat threw up on my favorite rug." Der Blick war unbezahlbar. Und peinlich. Ich habe gelernt. Nie wieder.

Die Kunst des Smalltalks
Ich verstehe es ja. "How are you?" ist oft nur eine Art Eisbrecher. Ein Weg, um ein Gespräch anzufangen. Smalltalk eben. Aber Smalltalk ist manchmal… naja, klein. So winzig, dass man ihn kaum bemerkt. Man redet über das Wetter, über den Stau auf der Autobahn, über den nervigen Kollegen. Alles harmlos, alles oberflächlich.
Ich bin kein Fan von Smalltalk. Ich rede lieber über große Dinge. Über das Universum, über die Bedeutung des Lebens, über die perfekte Zubereitung eines Spiegeleis. Aber das kommt vielleicht etwas seltsam, wenn man gerade an der Kasse im Supermarkt steht.
Deshalb bleibe ich meistens bei "Fine, thank you." Es ist einfacher. Es ist sicherer. Es ist… langweilig.
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Das Dilemma
Also, was tun? Sollen wir alle aufhören, "How are you?" zu sagen? Wahrscheinlich nicht. Es ist zu tief in der englischen Sprache und Kultur verwurzelt. Aber vielleicht könnten wir versuchen, die Frage ein bisschen ehrlicher zu beantworten. Nicht gleich mit der ganzen Lebensgeschichte, aber vielleicht mit einem kleinen Augenzwinkern und einem echten Lächeln.
Oder wir erfinden eine neue Frage. Etwas, das wirklich interessiert. Zum Beispiel: "Was hast du heute schon zum Lachen gebracht?" Oder: "Wenn du ein Tier wärst, welches wärst du und warum?" Okay, vielleicht doch nicht im Supermarkt.
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Ich glaube, ich bleibe erstmal bei "Fine, thank you." Aber ich werde mir Mühe geben, dabei nicht ganz so gequält zu klingen. Und vielleicht wage ich irgendwann mal wieder einen ehrlichen Versuch. Mal sehen, wie die Leute reagieren. Vielleicht überraschen sie mich ja.
Unpopuläre Meinung?
Ich weiß, das ist vielleicht eine unpopuläre Meinung. Aber ich bin überzeugt: "How are you?" ist oft eine leere Floskel. Und leere Floskeln sind… naja, leer. Ich wünsche mir mehr echte Gespräche. Mehr Ehrlichkeit. Mehr Spiegeleier-Diskussionen. Und weniger "Fine, thank you."
Aber vielleicht bin ich auch einfach nur ein bisschen komisch. Wer weiß. Wie dem auch sei: Wie geht es dir wirklich?
