Anämie In Der Schwangerschaft Ab Wann Gefährlich

Ach du dickes Ei! Schwanger sein ist ja bekanntlich kein Zuckerschlecken. Man schwillt an Stellen an, von denen man gar nicht wusste, dass sie überhaupt anschwellen können, Heißhungerattacken auf Essiggurken mit Nutella werden zum Alltag, und dann ist da auch noch… Anämie! Klingt bedrohlich, oder?
Keine Panik! Fast die Hälfte aller werdenden Mütter in Deutschland entwickelt im Laufe ihrer Schwangerschaft eine leichte Form der Anämie, also Blutarmut. Und bevor ihr jetzt sofort Google mit "Notkaiserschnitt wegen Eisenmangel!!!11" flutet: tief durchatmen. Es ist meistens nicht so dramatisch, wie es sich anhört.
Was ist denn diese Anämie überhaupt?
Stellt euch das Blut wie eine kleine Armee vor, die ständig Sauerstoff durch euren Körper und den eures kleinen Mitbewohners transportiert. Und die wichtigste Waffe dieser Armee? Das Hämoglobin, ein Eisen-haltiges Protein. Wenn ihr schwanger seid, braucht ihr aber plötzlich viel mehr Soldaten (also Blut) und noch viel mehr Waffen (also Eisen), weil ja zwei Körper versorgt werden müssen. Und genau da liegt das Problem: Manchmal kommt die Eisenproduktion nicht hinterher. Bumm, Anämie!
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Ab wann wird’s brenzlig?
Die meisten Frauen merken eine leichte Anämie gar nicht. Sie fühlen sich vielleicht etwas müder als sonst – was aber auch einfach an der Schwangerschaft liegen kann (Hallo, Schlafmangel schon vor der Geburt!). Typische Symptome sind Blässe, Schwindel, Kurzatmigkeit und Kopfschmerzen. Klingt alles nicht so prickelnd, aber auch nicht direkt nach Weltuntergang.
Der Arzt checkt eure Blutwerte regelmäßig, meistens bei jeder Vorsorgeuntersuchung. Und solange die Werte nur leicht unter den Normbereich fallen, wird er euch vermutlich einfach nur Eisenpräparate verschreiben und euch raten, mehr eisenhaltige Lebensmittel zu essen. Spinat, Brokkoli, rotes Fleisch…alles, was Popeye stark gemacht hat!

"Eisenmangel in der Schwangerschaft? Kein Problem, habe ich mit Bravour gemeistert! Ich habe mich gefühlt wie eine wandelnde Eisentablette!", erzählt Sabine, eine dreifache Mutter.
Gefährlich wird es erst, wenn die Anämie sehr stark ausgeprägt ist. Dann kann es zu Komplikationen für Mutter und Kind kommen, wie z.B. Frühgeburten, geringem Geburtsgewicht oder einer erhöhten Infektanfälligkeit. Aber keine Sorge, euer Arzt hat das im Blick. Eine schwere Anämie wird in der Regel intensiver behandelt, eventuell sogar mit Eiseninfusionen.
Was kann ich selbst tun?
Neben den Tabletten und dem Spinat gibt es noch ein paar Tricks, um eure Eisenaufnahme zu verbessern: Nehmt eure Eisentabletten am besten mit Vitamin C ein (z.B. ein Glas Orangensaft). Vitamin C hilft dem Körper, Eisen besser aufzunehmen. Und vermeidet Kaffee, Tee und Milchprodukte kurz vor oder nach der Einnahme, die können die Eisenaufnahme hemmen.

Und noch ein Tipp: Hört auf euren Körper! Wenn ihr euch schlapp und ausgelaugt fühlt, gönnt euch Ruhe. Ein Nickerchen auf dem Sofa ist manchmal besser als eine doppelte Dosis Eisen.
Also, was lernen wir daraus?
Eine leichte Anämie in der Schwangerschaft ist weit verbreitet und meistens kein Grund zur Panik. Mit ein bisschen Unterstützung von Eisenpräparaten, Popeye-Gedächtnis-Essen und viel Ruhe bekommt ihr das in den Griff. Wichtig ist, dass ihr eure Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmt und euch nicht scheut, eurem Arzt Fragen zu stellen. Und denkt daran: Ihr seid nicht allein! Viele werdende Mütter kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen.
Und wenn ihr euch mal wieder fragt, warum ihr ausgerechnet jetzt Gelüste auf Leberwurst mit Marmelade habt: Vielleicht ist es ja nur euer Körper, der euch ganz subtil daran erinnert, dass er mehr Eisen braucht. Wer weiß?
