Amy Tan Short Story Two Kinds

Kennst du das Gefühl, wenn du deine Eltern einfach nicht verstehst? Wenn du das Gefühl hast, sie wollen etwas von dir, das du einfach nicht leisten kannst oder willst? Viele von uns kennen diesen inneren Kampf, die Zerrissenheit zwischen den Erwartungen der Familie und den eigenen Träumen.
In der Kurzgeschichte "Two Kinds" von Amy Tan wird genau dieses Gefühl eindrücklich beschrieben. Die Geschichte erzählt von Jing-mei, einer jungen chinesisch-amerikanischen Frau, und ihrer Mutter, die von ihrer Tochter erwartet, ein Wunderkind zu werden. Lass uns tiefer in diese komplexe und berührende Geschichte eintauchen.
Die Suche nach dem Wunderkind
Jing-meis Mutter, eine chinesische Immigrantin, ist fest davon überzeugt, dass in Amerika alles möglich ist. Sie glaubt, dass ihre Tochter das Potenzial hat, ein Wunderkind zu werden, eine Art Shirley Temple oder ein Genie am Klavier. Diese Überzeugung entspringt dem tiefen Wunsch, ihrem Leben in China, geprägt von Verlust und Entbehrung, etwas Positives entgegenzusetzen.
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Die Mutter setzt Jing-mei unter enormen Druck, an unzähligen Talentwettbewerben teilzunehmen und diverse Fähigkeiten zu erlernen, von Gedächtnisspielen bis hin zu mathematischen Aufgaben. Der ständige Druck und die unrealistischen Erwartungen der Mutter beginnen, Jing-mei zu belasten.
"America was where all my mother's hopes lay. She believed you could be anything you wanted to be in America. You could open a restaurant. You could work for the government and get good retirement. You could buy a house with almost no money down. You could become rich. You could become instantly famous."

Der Klavierunterricht und der Konflikt
Schließlich entscheidet sich die Mutter, Jing-mei zum Klavierunterricht anzumelden. Hier kulminiert der Konflikt zwischen Mutter und Tochter. Jing-mei hat kein Interesse am Klavierspielen und übt nicht. Während eines Auftritts bei einem Talentwettbewerb spielt sie katastrophal. Diese öffentliche Demütigung führt zu einem heftigen Streit zwischen Mutter und Tochter.
Jing-mei schreit ihre Mutter an und wünscht ihr, sie wäre tot. Diese Worte verletzen die Mutter tief und markieren einen Wendepunkt in ihrer Beziehung.
Die Situation ist tragisch. Beide Frauen sind gefangen in ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen. Die Mutter, getrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben für ihre Tochter, und die Tochter, die versucht, ihre eigene Identität zu finden und sich den Erwartungen ihrer Mutter zu entziehen.

Die zwei Arten von Töchtern
Nach dem Streit gibt die Mutter ihren Traum vom Wunderkind auf. Jing-mei spielt nicht mehr Klavier. Viele Jahre später, nach dem Tod der Mutter, findet Jing-mei die Klaviernoten wieder. Sie spielt die beiden Stücke, die sie einst gelernt hatte: "Pleading Child" und "Perfectly Contented."
Erst jetzt erkennt sie, dass die beiden Stücke zusammengehören und zwei Seiten derselben Medaille darstellen. "Pleading Child" symbolisiert die verzweifelte Suche nach Anerkennung und Liebe, während "Perfectly Contented" die Akzeptanz des eigenen Selbst und die Befreiung von den Erwartungen anderer darstellt.

Die Geschichte "Two Kinds" ist eine Metapher für die verschiedenen Arten von Töchtern und die unterschiedlichen Wege, die sie im Leben einschlagen können. Es geht um den Kampf zwischen Anpassung und Individualität, um die Schwierigkeit, die Erwartungen der Eltern zu erfüllen, und um die Bedeutung, den eigenen Weg zu finden.
Universelle Themen in "Two Kinds"
Obwohl die Geschichte sich auf die spezifische Erfahrung einer chinesisch-amerikanischen Familie konzentriert, berührt sie universelle Themen, die viele Menschen nachvollziehen können.
- Generationskonflikt: Die Auseinandersetzung zwischen den Werten und Erwartungen verschiedener Generationen.
- Identitätssuche: Der Kampf, die eigene Identität in einer Welt voller widersprüchlicher Erwartungen zu finden.
- Mutter-Tochter-Beziehungen: Die Komplexität und Tiefe der Beziehung zwischen Müttern und Töchtern, geprägt von Liebe, Erwartungen und manchmal auch Enttäuschungen.
- Der amerikanische Traum: Die Frage, ob der amerikanische Traum tatsächlich für alle erreichbar ist und welche Konsequenzen der unbedingte Glaube daran haben kann.
Die Geschichte regt zum Nachdenken an über die eigenen Beziehungen zu den Eltern, die eigenen Träume und die Bedeutung, authentisch zu sein.

Was wir aus "Two Kinds" lernen können
Amy Tan gelingt es in "Two Kinds", ein sensibles und ehrliches Porträt einer Mutter-Tochter-Beziehung zu zeichnen, die von Liebe, Konflikten und Missverständnissen geprägt ist.
Die Geschichte erinnert uns daran, dass es wichtig ist, die Erwartungen der Eltern zu hinterfragen, den eigenen Weg zu gehen und die eigene Identität zu akzeptieren. Sie erinnert uns auch daran, dass es wichtig ist, mit unseren Eltern zu kommunizieren, ihre Beweggründe zu verstehen und ihnen zu vergeben.
Die Geschichte ist eine Einladung, über die eigenen Erfahrungen nachzudenken und die Bedeutung von Familie, Identität und dem Finden des eigenen Platzes in der Welt neu zu bewerten. "Two Kinds" ist mehr als nur eine Geschichte; sie ist ein Spiegel, der uns unsere eigenen Kämpfe und Hoffnungen widerspiegelt.
