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9 Jähriger Kommt Jede Nacht Ins Elternbett


9 Jähriger Kommt Jede Nacht Ins Elternbett

Nacht für Nacht, eine kleine Gestalt huscht durch den dunklen Flur. Die Tür zum Elternschlafzimmer quietscht leise, und schon kuschelt sich ein 9-Jähriger ins elterliche Bett. Klingt bekannt? Ihr seid nicht allein! Das Phänomen, dass Kinder, auch ältere, nachts den Weg zu Mama und Papa finden, ist weiter verbreitet, als man denkt. Aber warum eigentlich, und was kann man dagegen tun (oder eben auch nicht)?

Warum kommt er/sie denn? Die Gründe sind vielfältig. Vielleicht ist es eine Phase der Unsicherheit, ausgelöst durch schulischen Stress, Freundschaftsprobleme oder einfach nur die Angst vor der Dunkelheit. Denk daran, das 9. Lebensjahr ist ein Übergangsjahr, in dem sich Kinder ihrer eigenen Individualität bewusster werden, aber gleichzeitig die Geborgenheit der Familie suchen. Manchmal ist es auch schlichtweg Gewohnheit. Einmal erlaubt, wird es schnell zur liebgewonnenen Routine – für beide Seiten!

Die psychologischen Aspekte: Mehr als nur Angst im Dunkeln

Es steckt oft mehr dahinter als nur Angst vor Monstern unter dem Bett. Manche Kinder sehnen sich nach körperlicher Nähe und Sicherheit, besonders wenn tagsüber wenig Zeit für ungestörte Kuscheleinheiten bleibt. Vielleicht ist es auch ein unbewusster Versuch, die Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen, insbesondere wenn Geschwisterkinder im Spiel sind.

Denk an die "Bindungstheorie": Kinder brauchen sichere Bezugspersonen, um sich emotional gesund entwickeln zu können. Das nächtliche Einkuscheln kann ein Ausdruck dieses Bedürfnisses sein.

Was tun? Der "richtige" Ansatz ist individuell

Es gibt kein Patentrezept. Der beste Ansatz hängt von den individuellen Bedürfnissen des Kindes und der Eltern ab. Hier ein paar Ideen:

Warum kommt das Kind nachts ans Elternbett? | Familienleben
Warum kommt das Kind nachts ans Elternbett? | Familienleben
  • Gespräche, Gespräche, Gespräche: Redet offen darüber, was ihn/sie dazu bewegt, nachts ins Elternbett zu kommen. Zuhören ist wichtiger als sofortige Lösungsansätze.
  • Rituale etablieren: Ein entspannendes Abendritual kann helfen, Ängste zu reduzieren. Vorlesen, kuscheln, ein warmes Bad – alles, was beruhigt.
  • Eigenes Bett attraktiver machen: Eine neue Bettwäsche mit dem Lieblingshelden, eine Lichterkette, ein gemütliches Nachtlicht. Hauptsache, das eigene Bett wird zum Wohlfühlort.
  • Belohnungssystem: Eine kleine Belohnung für jede Nacht im eigenen Bett. Aber Achtung: Nicht zu materiell! Ein gemeinsamer Ausflug oder ein besonderes Spiel können motivierender sein.
  • Graduelles Vorgehen: Nicht von 0 auf 100. Erlaube ihm/ihr, im eigenen Schlafsack neben eurem Bett zu schlafen, bevor er/sie wieder ganz ins eigene Zimmer zieht.
  • Professionelle Hilfe: Wenn die Situation sehr belastend ist oder Ängste im Vordergrund stehen, kann ein Kinderpsychologe helfen.

Wichtig: Sei geduldig! Es braucht Zeit, Gewohnheiten zu ändern. Und vergiss nicht: Manchmal ist es auch okay, dem Bedürfnis nach Nähe nachzugeben. Solange es für alle Beteiligten passt.

"Ich bin müde!" – Strategien für Eltern

Klar, der Schlaf der Eltern ist heilig! Aber genervt reagieren, ist kontraproduktiv. Hier ein paar Tipps, um die Situation zu entschärfen:

Darf das Baby mit ins Elternbett - Co-Sleeping - Wunschfee
Darf das Baby mit ins Elternbett - Co-Sleeping - Wunschfee
  • Klare Regeln: Definiert klare Regeln, z.B. "Nur bis 6 Uhr morgens darfst du zu uns kommen."
  • Kompromisse: Vielleicht darf er/sie am Wochenende mit ins Elternbett, aber unter der Woche bleibt das eigene Bett tabu.
  • Schlafkomfort erhöhen: Ein großes Bett oder eine extra breite Matratze können helfen, den zusätzlichen Gast bequemer unterzubringen (falls ihr euch entscheidet, es zu tolerieren).
  • Eigene Bedürfnisse nicht vergessen: Sprich offen mit deinem Partner/deiner Partnerin über deine Gefühle und Bedürfnisse. Es ist wichtig, dass beide Elternteile sich wohlfühlen.

Denk an den Spruch: "It takes a village to raise a child." Scheue dich nicht, dir Rat von anderen Eltern, Freunden oder Familienmitgliedern zu holen.

Kulturelle Perspektiven: Von Wikingern bis heute

Interessanterweise ist das gemeinsame Schlafen mit Kindern in vielen Kulturen gang und gäbe. In manchen afrikanischen oder asiatischen Ländern ist es völlig normal, dass Kinder jahrelang mit ihren Eltern schlafen. Auch in der Geschichte Europas gab es Zeiten, in denen das gemeinsame Schlafen üblich war, besonders in ärmeren Familien. Denk an die Wikinger! Da teilten sich oft ganze Familien eine Schlafstätte.

Leuchtturm in der Nacht - Kinder, die ins Elternbett kommen - Geborgen
Leuchtturm in der Nacht - Kinder, die ins Elternbett kommen - Geborgen

Die Kunst des Loslassens: Eine Phase, die vorbeigeht

Es ist wichtig zu akzeptieren, dass es sich um eine Phase handelt. Irgendwann wird dein Kind von alleine den Wunsch verspüren, im eigenen Bett zu schlafen. Genieße die Kuschelmomente, solange sie dauern. Denn schneller als man denkt, werden sie der Vergangenheit angehören. Das klingt vielleicht kitschig, aber es ist wahr.

Denkanstoß für den Alltag: Erinnere dich an deine eigene Kindheit. Gab es Situationen, in denen du dich besonders nach der Nähe deiner Eltern gesehnt hast? Dieses Verständnis kann helfen, geduldiger und liebevoller mit der Situation umzugehen.

Letztendlich geht es darum, eine Balance zu finden, die für alle funktioniert. Sei ehrlich, sei liebevoll und sei geduldig. Und vergiss nicht: Du bist nicht allein!

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