10 Jahre Berufserfahrung Ohne Ausbildung

Zehn Jahre. Zehn lange Jahre. Auf der Berufsachterbahn. Und wisst ihr was? Kein Abschluss in Sicht. Keine Urkunde, die meine Wand schmückt. Nichts. Außer… Erfahrung. Und davon jede Menge.
Ich gestehe: Ich bin ein Quereinsteiger-Fan.
Ja, ich weiß. Das ist heutzutage fast schon eine unpopuläre Meinung. Jeder predigt von Ausbildung, Studium, Zertifikaten. Aber mal ehrlich: Wer hat gesagt, dass man ein Diplom braucht, um ein verdammt guter Bäcker, Programmierer oder Projektmanager zu sein?
Ich kenne Leute mit Doktortiteln, die ihren Kaffee nicht ohne Anweisung kochen können. Und ich kenne Autodidakten, die Firmen im Alleingang aus dem Ruin retten. Hmm. Komisch.
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Learning by Doing: Mein persönliches Erasmus-Jahrzehnt.
Ich nenne meine ersten zehn Berufsjahre gerne mein persönliches Erasmus-Jahrzehnt. Nur ohne die Party-Exzesse (meistens). Ich habe mich reingeworfen. Ins kalte Wasser. Oft ohne Schwimmweste. Und? Ich bin nicht ertrunken. Im Gegenteil: Ich habe schwimmen gelernt. Und tauchen. Und sogar ein paar elegante Kraul-Züge draufgelegt.
Klar, es gab Stolpersteine. Missverständnisse. Momente, in denen ich am liebsten alles hingeschmissen hätte. Aber hey, die gibt es mit Ausbildung auch. Der Unterschied? Ich hatte den Ehrgeiz, es mir selbst zu beweisen. Und das ist eine verdammt starke Motivation.

“Bildung ist nicht das Auswendiglernen von Fakten, sondern das Schulen des Geistes, das Denken zu lernen.” – Albert Einstein (der, by the way, auch nicht immer dem Lehrplan gefolgt ist).
Google ist mein Prof, YouTube meine Uni.
Brauche ich eine neue Software? Google sei Dank. Ein kniffliges Problem? YouTube hilft weiter. Die Informationsflut unserer Zeit ist Segen und Fluch zugleich. Aber wer sie zu nutzen weiß, kann sich schneller weiterbilden als jeder Student im Hörsaal.

Ich lerne im Schlafanzug, im Zug, in der Badewanne. Wann immer und wo immer ich will. Und das Beste: Ich lerne nur, was ich wirklich brauche. Kein unnötiger Ballast, kein theoretisches Geschwafel. Sondern pures, anwendbares Wissen.
Die Soft Skills, die keine Uni lehren kann.
Neben dem Fachwissen habe ich mir in den letzten zehn Jahren etwas angeeignet, das kein Lehrplan der Welt vermitteln kann: Soft Skills. Durchsetzungsvermögen. Kommunikationsfähigkeit. Empathie. Resilienz.
Ich habe gelernt, mit schwierigen Kunden umzugehen. Mit cholerischen Chefs. Mit faulen Kollegen. Und ich habe gelernt, mich selbst zu motivieren, auch wenn die Welt mal wieder gegen mich ist.

Das sind Skills, die man nicht aus Büchern lernt. Die lernt man, indem man Fehler macht. Indem man hinfällt. Indem man wieder aufsteht. Und indem man aus seinen Fehlern lernt.
Und jetzt? Der Master of… Naja, Erfahrung halt.
Manchmal frage ich mich, ob ich irgendwann doch noch eine Ausbildung nachholen sollte. Um “richtig” zu sein. Um “dazuzugehören”. Aber dann denke ich an all die Projekte, die ich erfolgreich abgeschlossen habe. An all die Probleme, die ich gelöst habe. An all das Wissen, das ich mir selbst angeeignet habe.

Und dann denke ich: Nö. Eigentlich nicht. Ich bin stolz auf meinen Master of Experience. Und ich bin gespannt, was die nächsten zehn Jahre bringen. Mit oder ohne Urkunde. Hauptsache, es bleibt spannend.
Also, an alle Quereinsteiger da draußen: Lasst euch nicht entmutigen. Ihr seid nicht weniger wert als die mit den glänzenden Zeugnissen. Im Gegenteil: Ihr habt bewiesen, dass man auch ohne formale Bildung erfolgreich sein kann. Und das ist doch schon mal was, oder?
Prost auf die unakademischen Karrieren! Und auf all die, die den Mut haben, ihren eigenen Weg zu gehen.
